Referenz ACC 526

Einbau von Pflastersteinen

Die Gestaltung von öffentlichen und privaten Verkehrsflächen mit Pflastersteinen erfolgt häufig im Wesentlichen unter architektonischen Gesichtspunkten. Bei der Anwendung von Pflasterbauweisen ist es jedoch ebenso wichtig, die bautechnischen Anforderungen zu beachten, die jede Flächenbefestigung aufweisen muss.

Einbau von Pflastersteinen – Technische Anleitung vom Hersteller

Die Gestaltung von öffentlichen und privaten Verkehrsflächen erfolgt häufig unter architektonischen Gesichtspunkten. Bei der Wahl und Verlegung von Pflastersteinen ist es jedoch ebenso wichtig, die bautechnischen Anforderungen zu erfüllen, die jede dauerhafte Flächenbefestigung voraussetzt. Betonsteinpflaster ist dabei die am weitesten verbreitete Bauweise – wirtschaftlich, langlebig und in nahezu allen Formaten und Oberflächen verfügbar.

Diese Anleitung basiert auf der Broschüre „Planung und Ausführung dauerhafter Betonpflasterbauweisen“ von Dipl.-Ing. Dietmar Ulonska, Betonverband Straße, Landschaft, Garten e.V. (SLG), Bonn, und gilt in Verbindung mit den allgemein anerkannten Normen und Regeln der Technik.

Wie dick müssen Pflastersteine sein?

Die Dicke der Pflastersteine richtet sich nach der Belastung, der die Fläche ausgesetzt ist. Eine pauschale Antwort gibt es nicht – entscheidend ist, was auf der Fläche passiert. Für Gehwege und Terrassen ohne Fahrzeugverkehr sind Pflastersteine ab 6 cm Dicke ausreichend. Wer eine Einfahrt oder einen Stellplatz für PKW anlegt, sollte mindestens 8 cm wählen – bei regelmäßigem Fahrzeugverkehr besser 10 cm. Flächen, über die LKW oder schwere Maschinen fahren, benötigen Pflastersteine mit einer Dicke von mindestens 10 cm; hier ist oft eine statische Berechnung erforderlich.

Wichtig zu verstehen: Die Steindicke allein trägt nicht. Ein 10 cm dicker Stein auf unzureichendem Untergrund versagt genauso wie ein 6 cm Stein auf falschem Aufbau. Die Tragfähigkeit einer Pflasterfläche entsteht im Zusammenspiel aus Untergrund, Tragschicht, Bettung und Stein.

Maße und Formate von Betonpflastersteinen
Betonpflastersteine werden in Deutschland nach DIN EN 1338 produziert. Die gängigen Formate im Überblick:
Rechteckpflaster 20 × 10 cm ist das meistverlegte Format, erhältlich in 6, 8 und 10 cm Dicke. Daneben sind 16 × 8 cm und 20 × 6,7 cm verbreitet. Großformate wie 30 × 20 cm oder 40 × 20 cm werden häufig für Terrassen und Einfahrten eingesetzt, da sie großzügiger wirken und schneller verlegt sind. Quadratische Formate (15 × 15 cm, 20 × 20 cm) eignen sich für Flächen, die in alle Richtungen gleich beansprucht werden. Die vollständigen Maße aller LIMEX Pflastersysteme finden Sie im aktuellen Katalog.

Wie dick müssen Pflastersteine sein?

Eine dauerhaft stabile Pflasterfläche besteht immer aus mehreren Schichten. Wer eine davon vernachlässigt, bekommt früher oder später Probleme – meistens in Form von Unebenheiten, Setzungen oder stehendem Wasser.

Aufbau für Gehwege und Terrassen
Der Aufbau eines Gehwegs oder einer Terrasse ohne Fahrzeugbelastung setzt sich von unten nach oben wie folgt zusammen.

  • Untergrund (Planum): Der gewachsene oder aufgefüllte Boden wird verdichtet und mit einem Mindestgefälle von 2,5 % hergestellt. Weiche oder organische Schichten müssen vorher entfernt werden.
  • Frostschutzschicht: Je nach Bodenverhältnissen und Frosttiefe am Standort kann eine Frostschutzschicht aus Kies oder Schotter erforderlich sein.
  • Tragschicht aus Mineralgemisch: mindestens 20 cm, Material 0/32 bis 0/56, lagenweise eingebracht und verdichtet.
  • Bettung aus Brechsand-Splittgemisch: 3 bis 5 cm im unverdichteten Zustand. Pflasterstein: ab 6 cm Dicke für Gehwege und Terrassen.

Aufbau für Einfahrten und Stellplätze
Bei Einfahrten und PKW-Stellplätzen steigen die Anforderungen an den Unterbau deutlich. Die Tragschicht sollte mindestens 30 cm betragen, besser 35 bis 40 cm. Der Pflasterstein sollte mindestens 8 cm dick sein, empfohlen sind 10 cm. Alles andere bleibt gleich: Untergrund verdichten, Gefälle anlegen, Bettung korrekt ausführen.

Aufbau für Flächen mit LKW-Belastung
Für Flächen mit regelmäßigem LKW-Verkehr oder Schwerlast empfehlen wir immer eine individuelle Planung. Als Richtwert: Tragschicht 40 bis 60 cm, Pflasterstein mindestens 10 cm. Die genauen Werte hängen von der Bodentragfähigkeit und der Belastungsklasse ab.

Einbauregeln – die vollständige Anleitung

Planung und Ausfuehrung von Betonpflasterbauweisen

1. Alle Einbauregeln einhalten

Die nachfolgenden Hinweise sind ein Auszug aus der Broschüre: „Planung und Ausführung dauerhafter Betonpflasterbauweisen“ von Dipl.-Ing. Dietmar Ulonska; Betonverband Straße, Landschaft, Garten e.V. (SLG), Bonn, aus dem Dezember 2006 und in Verbindung mit allgemein geltenden Normen und Regeln zu betrachten und anzuwenden.

2 Einbau Pflastersteine-Oberflaechenentwaesserung

2. Oberflächenentwässerung

Verkehrsflächen müssen stets mit ausreichender Neigung hergestellt werden, damit ein ungehinderter und möglichst schneller Abfluss des Oberflächenwassers eintreten kann.

3EinbauPflasterstein-UntergrundGefaelle

3. Untergrund/Unterbau mit Mindestgefälle 2,5 bzw. 4 % herstellen

Untergrund entsprechend der gewünschten Endhöhe und der erforderlichen Gesamtstärke des Pflasteraufbaus eben und profilgerecht herstellen, Tragfähigkeit und Verdichtung prüfen.

4Einbau Pflastersteine-Tragschicht

4. Ebene, profilgerechte Tragschicht aus ungebundenem Baustoffgemisch herstellen

Die Dicke der Tragschicht als standardisierte Oberbaukonstruktion ist abhängig von der Tragfähigkeit des Untergrundes und insbesondere von der zu erwartenden Verkehrsbelastung. Bei Gehwegen genügen im Allgemeinen 20 cm, bei Fahrbahnen sind je nach Belastung 30 bis 60 cm angebracht. Tragschichten ohne Bindemittel müssen stets untereinander, sowie gegenüber der Pflasterbettung und dem Untergrund, eine ausreichende Filterstabilität aufweisen. Entmischung des Mineralstoffgemisches vermeiden. Materialien lagenweise verdichten, Oberfläche parallel zum Untergrund mit einer max. Unebenheit von 1o mm auf 4 m Länge herstellen, ggf. Unebenheiten ausbessern. Wasserdurchlässigkeit, Filterstabilität zum Untergrund sicherstellen, Tragfähigkeit und Verdichtung prüfen. Geeignete Materialien sind z.B. kornabgestufte Brechsand Splittgemische (Mineralgemische) 0/32 bis 0/56.

5Einbau Pflastersteine-Randeinfassung

5. Randeinfassung

Die Aufgabe der Randeinfassung besteht darin, die Pflasterdecke sozusagen einzuspannen und Verschiebungen der Pflastersteine im Randbereich während der Herstellung und der Nutzung der Pflasterdecke zu verhindern, eventuelle Höhenunterschiede auszugleichen und ggf. eine Wasserführung zu ermöglichen. Die Randsteine werden auf einem ca. 15 bis 20 cm dicken Betonfundament (C 12/15), mit einer 15 cm breiten Rückenstütze in einer Schalung, nach Schnur verlegt. Der erforderliche Abstand zwischen den Bordsteinen wird anhand der gelieferten Pflastersteine durch Auslegen einer Pflasterzeile ermittelt (ca. 2 cm zugeben).

6 Einbau Pflastersteine- Auswahl

6. Pflasterstein und Verband richtig auswählen

Bei der Wahl des richtigen Pflastersteins und eines geeigneten Verbandes ist neben optischen und gestalterischen Aspekten, vor allem auf die zu erwartende Verkehrsbelastung zu achten. Form und Größe der Steine sowie der Verband sind wichtige Einflussfaktoren im Hinblick auf die zu erwartenden Beanspruchungen der Pflasterdecke

7. Angelieferte Betonpflastersteine prüfen

Unmittelbar nach Eintreffen der Pflastersteine auf der Baustelle ist, zumindest anhand des Lieferscheins und durch Inaugenscheinnahme, zu prüfen, ob die gelieferten Steine mit der Bestellung (Format, Farbe, Oberfläche, Menge etc.) übereinstimmen. Bestehen Zweifel oder Bedenken oder offensichtliche Qualitätsmängel, darf mit den Verlegearbeiten nicht begonnen werden, bevor eine Klärung erfolgt ist. Abweichungen bitte mit dem Vertragspartner/Lieferanten klären

8 Einbau Pflastersteine-Bettung

8. Bettung

Die Bettung stellt das Auflager für die Pflastersteine dar. Sie hat außerdem die Aufgabe, die Dickentoleranzen der Steine auszugleichen. Geeignet sind ausschließlich ungebundene und kornabgestufte Baustoffgemische 0/4, 0/5 oder 0/8. Feinkornarme Bettungsmaterialien, z. B. die Körnungen 1/3 oder Splitt 2/5, gehören nicht in Verkehrsflächen, sie haben sich dort nicht bewährt. Die Bettung muss im verdichteten Zustand ausreichend wasserdurchlässig sein, und das Bettungsmaterial darf nicht in die Tragschicht eindringen. Das Bettungsmaterial muss so beschaffen sein, dass ein Einrütteln der Steine, d. h. ein Ausgleich der zulässigen Dickentoleranzen der Steine, problemlos möglich ist

9. Pflaster mit Fugenbreite 3 bis 5 mm verlegen und Steine mischen

Die Verlegung erfolgt immer von der bereits verlegten Fläche aus. Die angeformten Abstandhalter geben nicht die Fugenbreite vor. Nach einigen Steinreihen sollten die Fluchten regelmäßig kontrolliert werden. Betonpflaster wird mit einer Fugenbreite von 3 bis 5 mm verlegt, um Maßtoleranzen auszugleichen und das Verfüllen zu ermöglichen.
 m unerwünschte Farbkonzentrationen zu vermeiden, sind die Steine beim Verlegen aus mehreren Paketen zu mischen.

10. Verfugen mit filterstabilem Baustoffgemisch

Mit fortschreitender Verlegung sind die Fugen kontinuierlich zu verfüllen. Das Fugenmaterial muss vollständig eingefegt werden und darf nicht ins Bettungsmaterial einrieseln. Überschüssiges Fugenmaterial vor dem Abrütteln entfernen. Geeignete Materialien sind z. B. Baustoffgemische aus gebrochenen Gesteinskörnungen 0–2; 0–4; 0–5. Fugenmaterial 0/2 aus ungebrochenen Gesteinskörnungen (z. B. Natursand) sollte nur in Ausnahmefällen und nur für Bewitterung ausgesetzten Pflasterdecken verwendet werden. Technisch hergestellte Quarzsande sind ungeeignet.

11. Abrütteln der Fläche nur im trockenen Zustand

Nicht eingesandete Pflasterdecken dürfen nicht abgerüttelt werden. Der saubere Belag soll nur in trockenem Zustand – von den Rändern zur Mitte – mit einer geeigneten Rüttelplatte mit Gummischürze und passender Verdichtungsleistung bis zur Standfestigkeit eingerüttelt werden. Zum Abschluss der Pflasterarbeiten sollte das abgerüttelte Pflaster mit seinen vollständig gefüllten Fugen zusätzlich noch einen Fugenschluss erhalten. Dazu wird eine feinkornreiche Gesteinskörnung 0/2 auf das Pflaster gleichmäßig aufgebracht und eingeschlämmt (ein Einfegen reicht nicht aus).

Das Mindestgefälle bei Pflasterflächen

Pflasterflächen müssen entwässern – und zwar von selbst. Fehlt das nötige Gefälle, steht Wasser auf der Fläche, was Veralgung fördert und bei Frost zu Abplatzungen oder Hebungen führen kann.
Das Mindestgefälle bei Pflasterflächen beträgt 2,5 % für glatte und strukturierte Oberflächen. Das entspricht 2,5 cm Höhenunterschied je laufendem Meter. Bei Oberflächen mit ausgeprägter Struktur oder bei Flächen, die besonders schnell entwässert werden müssen, gilt ein Mindestgefälle von 4 %.
Entscheidend dabei: Das Gefälle muss bereits im Untergrund angelegt sein und sich durch alle Schichten bis zur Steinoberfläche fortsetzen. Wer erst beim Verlegen merkt, dass das Gefälle fehlt, kann es nicht mehr nachträglich korrigieren.

Das maximale Gefälle bei Pflasterflächen ist normativ nicht begrenzt. Für barrierefreie Flächen gilt nach DIN 18040 ein Längsgefälle von maximal 6 %. Einfahrten werden in der Praxis selten steiler als 15 % ausgeführt, da sonst Begehbarkeit und Befahrbarkeit leiden.

Ökopflaster: Wenn Regenwasser versickern soll

Nicht jede Pflasterfläche muss entwässert werden – sie kann das Wasser auch selbst aufnehmen. Ökopflaster ist so konstruiert, dass Niederschlagswasser direkt vor Ort versickert: über aufgeweitete Sickerfugen, Sickeröffnungen oder haufwerksporigen Beton. Das entlastet die Kanalisation, verbessert den natürlichen Wasserhaushalt und wird in vielen Kommunen mit einer reduzierten Niederschlagswassergebühr belohnt. Auch für Ökopflaster gelten die hier beschriebenen Einbauregeln – mit einer Besonderheit: Tragschicht, Bettung und Fugenmaterial müssen dauerhaft wasserdurchlässig sein, damit die Versickerungsleistung erhalten bleibt. Eine Übersicht geeigneter Systeme finden Sie in unserer Kategorie Ökopflaster.

Untergrund und Unterbau herstellen

Den Untergrund entsprechend der gewünschten Endhöhe und der erforderlichen Gesamtstärke des Pflasteraufbaus eben und profilgerecht herstellen. Tragfähigkeit und Verdichtung prüfen.
Ein nicht ausreichend verdichteter Untergrund ist die häufigste Ursache für Schäden an Pflasterflächen. Setzungen, Unebenheiten, Risse in der Fuge – fast immer steckt eine mangelhafte Vorbereitung des Planums dahinter. Lose oder organische Schichten müssen vollständig entfernt werden. Aufgefüllte Flächen brauchen besondere Aufmerksamkeit: Frische Auffüllungen setzen sich, oft noch jahrelang nach der Fertigstellung.

Der Untergrund für Pflastersteine muss für Gehwege einen Verdichtungsgrad Ev2 von mindestens 45 MN/m² erreichen, für befahrene Flächen entsprechend mehr.

Die Tragschicht beim Pflasteraufbau

Die Tragschicht verteilt die Last aus dem Pflasterbelag gleichmäßig auf den Untergrund und schützt die Konstruktion vor Frostschäden. Die Dicke der Tragschicht ist abhängig von der Tragfähigkeit des Untergrunds und der zu erwartenden Verkehrsbelastung. Bei Gehwegen genügen im Allgemeinen 20 cm, bei Fahrbahnen sind je nach Belastung 30 bis 60 cm angebracht.

Als Material eignen sich kornabgestufte Brechsand-Splittgemische (Mineralgemische) 0/32 bis 0/56. Tragschichten ohne Bindemittel müssen gegenüber der Pflasterbettung und dem Untergrund eine ausreichende Filterstabilität aufweisen. Materialien lagenweise verdichten, Oberfläche parallel zum Untergrund herstellen – mit einer maximalen Unebenheit von 10 mm auf 4 m Länge.

Frostschutz unter Pflaster
In manchen Regionen und bei bestimmten Bodenverhältnissen ist unter der Tragschicht eine zusätzliche Frostschutzschicht aus Kies oder Schotter erforderlich. In Deutschland sind es typischerweise 80 cm Gründungstiefe in frostgefährdeten Lagen – was in den meisten Gartenbereichen durch Tragschicht und Bettung zusammen bereits erreicht wird. Bei Zweifel empfehlen wir, einen Fachbetrieb oder das Tiefbauamt zu konsultieren.

Die Randeinfassung

Die Randeinfassung hält die Pflasterdecke zusammen und verhindert, dass Steine im Randbereich seitlich wandern. Sie muss vor dem eigentlichen Verlegen gesetzt werden. Die Randsteine werden auf einem ca. 15 bis 20 cm dicken Betonfundament (C 12/15) verlegt, mit einer 15 cm breiten Betonrückenstütze gesichert und nach Schnur ausgerichtet. Der erforderliche Abstand zwischen den Bordsteinen wird durch Auslegen einer Pflasterzeile ermittelt – dabei ca. 2 cm für die Fugen zugeben.

Pflasterstein und Verband wählen

Bei der Wahl des Pflastersteins und des Verbandes zählt nicht nur die Optik. Form, Größe und Verlegemuster haben direkten Einfluss darauf, wie gut die Fläche Lasten aufnimmt und verteilt.
Der Fischgrätverband überträgt Kräfte besser als ein einfacher Läuferverband und ist für Einfahrten und stark belastete Flächen die erste Wahl. Für Terrassen und Gartenwege mit geringer Belastung ist der Verband vor allem eine Frage der Gestaltung.
Neben klassischen Rechteckformaten ist auch Rundpflaster in traditioneller Kopfsteinpflaster-Optik eine beliebte Wahl – besonders für geschwungene Wege, Hofeinfahrten und historisch anmutende Flächen. Moderne Betonvarianten wie das Arena Pflaster verbinden das Erscheinungsbild von gebrauchtem Kopfsteinpflaster mit den ebenen Laufflächen und der Maßhaltigkeit heutiger Betonpflastersteine. Für die Verlegung gelten dieselben Einbauregeln – bei Segmentbogen- und Kreisverlegung ist lediglich ein höherer Zuschnitt- und Planungsaufwand einzukalkulieren.

Steine aus mehreren Paletten mischen: Auch innerhalb einer Charge können Betonpflastersteine leichte Farbunterschiede aufweisen. Wer Steine aus mindestens drei Paletten gleichzeitig entnimmt und mischt, vermeidet sichtbare Farbstreifen in der fertigen Fläche.

Angelieferte Pflastersteine prüfen

Unmittelbar nach Anlieferung ist anhand des Lieferscheins und durch Sichtkontrolle zu prüfen, ob die gelieferten Steine mit der Bestellung übereinstimmen – Format, Farbe, Oberfläche, Menge. Bei offensichtlichen Qualitätsmängeln oder Abweichungen darf nicht mit der Verlegung begonnen werden, bevor die Sache mit dem Lieferanten geklärt ist.

LIMEX Pflastersteine werden nach DIN EN 1338 produziert und durch die PÜZ BAU GmbH fremdüberwacht. Jede Lieferung ist durch Leistungserklärung und Prüfzeugnis belegt.

Die Bettung

Die Bettung ist das direkte Auflager für die Pflastersteine. Sie gleicht die herstellungsbedingten Dickentoleranzen der Steine aus und ermöglicht das Einrütteln beim Abrütteln. Geeignet sind ausschließlich ungebundene, kornabgestufte Baustoffgemische 0/4, 0/5 oder 0/8.

Die Bettung wird im unverdichteten Zustand in einer Dicke von 3 bis 5 cm eingebracht. Nach dem Abrütteln verringert sie sich auf 2 bis 3 cm. Eine zu dünne Bettung kann die Dickentoleranzen nicht ausgleichen, eine zu dicke führt dazu, dass Steine beim Abrütteln zu tief einsinken und die Fläche uneben wird.

Feinkornarme Materialien wie Splitt 2/5 oder Körnung 1/3 gehören nicht in Verkehrsflächen – sie haben sich dort nicht bewährt. Die Bettung muss im verdichteten Zustand wasserdurchlässig sein.
Ein häufiger Fehler: Die Bettung wird zu früh eingebracht und dann betreten. Dadurch verliert sie ihre gleichmäßige Verdichtung. Die Bettung sollte immer erst unmittelbar vor dem Verlegen der Steine aufgebracht werden.

Pflastersteine verlegen

Beim Verlegen ist eine gleichmäßige Fugenbreite von 3 bis 5 mm einzuhalten. Diese Fugenbreite ist keine reine Designentscheidung: Sie gleicht Maßtoleranzen aus und ist notwendig, damit die Steine beim Abrütteln korrekt einrütteln können. Steine mit einem Abstand unter 3 mm verlegen führt beim Abrütteln zu Abplatzungen an den Steinkanten. Fugen über 5 mm wirken optisch unruhig und bieten Unkraut mehr Angriffsfläche.

Verfugen

Nach dem Verlegen werden die Fugen mit einem filterstabilen Baustoffgemisch gefüllt, typischerweise Brechsand 0/2. Das Fugenmaterial muss wasserdurchlässig sein und sich unter Belastung nicht herauswaschen. Normale Gartenerde ist als Fugenmaterial nicht geeignet – sie fördert Unkrautwuchs und wird durch Regen ausgeschwemmt.

Abrütteln der Pflasterfläche

Das Abrütteln erfolgt ausschließlich im trockenen Zustand – nasse Fugen werden beim Rütteln verdichtet und dicht, was die Wasserdurchlässigkeit der Fläche dauerhaft beeinträchtigt.
Für das Abrütteln eine Vibrationsplatte mit Kunststoffschutzplatte verwenden, damit die Steinoberfläche nicht beschädigt wird. Nach dem ersten Rütteldurchgang sinkt das Fugenmaterial ab – Fugen erneut füllen und ein zweites Mal rütteln. Mindestens zwei Durchgänge sind erforderlich.

Pflastersteine sinken beim Abrütteln planmäßig ca. 1 bis 2 cm in die Bettung ein. Sinken Steine mehr als 3 cm ein, ist die Bettung zu weich oder zu dick – dann sollte die betroffene Stelle aufgenommen und neu hergestellt werden.

Typische Fehler beim Pflastern

In der Baupraxis sehen wir als Hersteller immer wieder dieselben vermeidbaren Fehler:


Zu wenig Verdichtung der Tragschicht 

Das Material muss lagenweise eingebracht und jede Lage separat verdichtet werden – maximal 20 cm pro Lage. Eine auf einmal eingebrachte und verdichtete Tragschicht ist nicht gleichmäßig tragfähig und setzt sich.

Falsches Gefälle oder kein Gefälle
Fehlt das Mindestgefälle von 2,5 %, steht Wasser auf der Fläche. Das Gefälle muss im Planum beginnen, nicht erst beim Verlegen der Steine.


Bettung zu dick oder zu früh eingebracht
Bettung über 5 cm unverdichtet, oder Bettung die betreten wird, führt zu ungleichmäßigem Einrütteln und einer unebenen Fläche.

Falsche Fugenbreite
Fugen unter 3 mm verursachen Abplatzungen. Fugen über 5 mm sehen unruhig aus und laden Unkraut ein.

Steine nicht aus mehreren Paletten gemischt
Betonpflastersteine können innerhalb einer Charge leicht in der Farbe variieren. Immer aus mindestens drei Paletten gleichzeitig entnehmen.

Abrütteln im nassen Zustand
Nasse Fugen werden dicht gerüttelt. Die Pflasterfläche verliert ihre Wasserdurchlässigkeit.

Häufige Fragen zum Einbau von Pflastersteinen

1. Wie dick müssen Pflastersteine für eine Einfahrt sein?
Mindestens 8 cm, empfohlen sind 10 cm. Bei regelmäßigem LKW-Verkehr mindestens 10 cm, für schwere Fahrzeuge ist eine individuelle Planung erforderlich.

2. Wie viel Schotter kommt unter Pflastersteine? 

Die Tragschicht aus Mineralgemisch sollte für Gehwege mindestens 20 cm, für Einfahrten mindestens 30 cm betragen. Dazu kommt die Bettung mit 3 bis 5 cm und gegebenenfalls eine Frostschutzschicht.

3. Welches Mindestgefälle gilt bei Pflasterflächen? 

2,5 % für glatte und strukturierte Oberflächen, 4 % für Flächen mit ausgeprägter Strukturierung. Das Gefälle muss bereits im Untergrund angelegt werden.

4. Kann man Pflastersteine ohne Schotter verlegen? 

Nein – für jede dauerhaft belastbare Pflasterfläche ist eine Tragschicht aus Mineralgemisch technisch erforderlich. Auf eine Tragschicht zu verzichten führt zwangsläufig zu Setzungen und Unebenheiten.

5. Kann man Pflastersteine auf Beton verlegen? 

Ja, aber in gebundener Bauweise mit Mörtelbett. Die klassische ungebundene Bettung aus Splittgemisch funktioniert auf Beton nicht, da das Wasser nicht versickern kann.

6. Warum werden Pflastersteine uneben?
Die häufigsten Ursachen: unzureichende Verdichtung der Tragschicht, zu dicke Bettung, weicher oder organischer Untergrund, oder nicht ausreichend verdichtete Leitungsgräben.

7. Wann kann man eine neue Pflasterfläche belasten? 

Bei ungebundener Bauweise ist die Fläche nach dem abschließenden Abrütteln und Verfugen sofort begehbar. Für Fahrzeugverkehr empfehlen wir zu warten, bis die Fugen durch den ersten Regen durchfeuchtet und gesetzt sind.

8. Wie verhindert man Unkraut in Pflasterfugen?
Durch korrektes Verfugen mit filterstabilem Baustoffgemisch und ausreichende Fugendicke. Spezielle unkrautreduzierende Fugenmaterialien können ergänzend eingesetzt werden.

9. Was ist der Unterschied zwischen normalem Pflaster und Ökopflaster? 

Ökopflaster lässt Regenwasser durch aufgeweitete Fugen oder wasserdurchlässigen Beton direkt versickern, statt es über das Gefälle abzuleiten. Der Aufbau ist ähnlich – alle Schichten müssen jedoch dauerhaft wasserdurchlässig ausgeführt werden.

10. Woran erkennt man qualitativ hochwertige Betonpflastersteine?
Hochwertiges Betonsteinpflaster erkennt man an der Zertifizierung nach DIN EN 1338, der Leistungserklärung, dem Prüfzeugnis durch eine akkreditierte Stelle sowie an gleichmäßigen Maßen und einem nachweisbaren Frost-Tausalz-Widerstand.

Dokumente

LIMEX-Infocenter-EinbauPflastersteine

LIMEX Infocenter EinbauPflastersteine pdf

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